NABU-Positionspapier zu Solarparks: Sonne nutzen aber richtig

Dienstag, 5. April 2022

Die Bundesregierung hat sich den schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien auf die Fahnen geschrieben. Gelingen soll das mit Hilfe des Osterpakets, dass am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden soll. Ein Baustein dabei: höhere Ausbauziele für Photovoltaik.

Das Vorhaben der Bundesregierung bewertet der NABU grundsätzlich als positiv. Notwendig sind nun schnelle konkrete Schritte für mehr Solaranlagen auf versiegelten Flächen und besonders auf den vielen ungenutzten Dächern. Den Fahrplan für mehr Solardächer bleibt das zuständige Bundesbauministerium bisher schuldig. Aus Sicht des NABU müssen hierzu noch in diesem Sommer Maßnahmen beschlossen werden, die den Solar-Booster für öffentliche und private Gebäude auslösen.

Bei den Solarparks in der Fläche ist mehr Bewegung erkennbar. Wie sie im Einklang mit der Natur gebaut werden können und dass Synergieeffekte möglich sind, zeigt der Umweltverband in seinem heute veröffentlichten Positionspapier „Solarparks naturverträglich ausbauen“.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Solarparks können einen wichtigen und naturverträglichen Beitrag zu einer unabhängigen Energieerzeugung liefern. Das ambitionierte Ausbauziel der Bundesregierung sollte mit Bedacht umgesetzt werden, damit die Energiewende vorankommt. Gleichzeitig muss klar sein, dass solche Anlagen auch immer einen Eingriff in die Landschaft darstellen und natürliche Lebensräume beeinträchtigen können.“

Durch eine naturverträgliche Standortwahl und Ausgestaltung der Anlagen lassen sich Nachteile vermeiden oder zumindest erheblich reduzieren. Dazu gehören neben ausreichend großen Abständen zwischen den Modulen auch Gestaltungsmaßnahmen wie Gehölzinseln, Teiche oder Steinhaufen. Durchlässe im Zaun können unter anderem Feldhasen einen Zugang bieten. Korridore innerhalb großer Solarparks lassen größere Tiere wie Rotwild weiter wandern.

Aus Sicht des NABU bieten Solarparks auch die Chance, die Artenvielfalt und damit die Biodiversität auf zuvor artenarmen Flächen zu erhöhen. Das gilt insbesondere dann, wenn die im Positionspapier zugrunde gelegten Kriterien berücksichtigt werden. Beispielsweise bieten in einer zersiedelten und intensiv genutzten Landschaft Solarparks der Natur im Vergleich zu anderen Nutzungen wie etwa dem Anbau von Energiepflanzen wie Mais mehrere Vorteile.

„Dass in Solarparks auf Düngemittel und Pestizide verzichtet wird, ist positiv für die Artenvielfalt. Generell sollten für den Bau Offenlandstandorte ohne ökologischen Mehrwert bevorzugt werden“, erläutert NABU-Energieexpertin Tina Mieritz. „Die meisten Schutzgebiete sowie Wälder, Gewässer und intakte Moore sollten nicht in dieser Form genutzt werden.“

Das gilt insgesamt für die Vorschläge im Osterpaket für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Klimaschutz und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der beschleunigte Ausbau muss daher zwingend auf konfliktarme Standorte sowie versiegelte Flächen gelenkt werden, um Hotspots für die Biodiversität künftig von erneuerbaren Energien freizuhalten.

Quelle: NABU

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