Geothermie Holzkirchen: Die Zweite Bohrung übertrifft alle Erwartungen

Dienstag, 24. März 2020

Dr. Erwin Knapek, Präsident des Bundesverbandes Geothermie e.V. (BVG), freut sich über die guten Nachrichten aus Holzkirchen: „Innovationsgeist wird belohnt. Das Projekt in Holzkirchen darf sich über eine fündige Bohrung mit sehr hohen Temperaturen freuen. Die nun abgeschlossenen Fördertests haben gezeigt, dass regenerative und umweltfreundliche Strom- und Wärmegewinnung aus Tiefer Geothermie auch weit im Münchner Süden erfolgreich ist. Das heißt auch die umliegenden Gemeinden können jetzt auf Energie aus Tiefe Geothermie setzen.“

Im Juni 2016 war die erste Bohrung in Holzkirchen fündig. In 5.600 Metern Tiefe hatte das Vorhaben 140 Grad heißes Wasser mit einer Fließrate von 60 Litern pro Sekunde gefunden. Im Anschluss daran wurde die zweite Bohrung gestartet. Nachdem sich der Rohrstrang der zweiten Bohrung im September 2017 festgesetzt hatte, wurde der im Oktober gestartete Side Track in der zweiten Bohrung jetzt erfolgreich abgeschlossen.

Die Bohrungen in Holzkirchen zeichnen sich gegenüber ähnlichen tiefengeothermischen Bohrungen durch einen geringen Bohrenddurchmesser mit 6,1/8 Zoll (circa 15,24 Zentimeter) aus. Damit verringerten sich die Bohrkosten bereits im vornherein um circa 30 Millionen Euro. Geplant ist ein Heizkraftwerk mit 3 Megawatt elektrischer und 20 Megawatt thermischer Leistung. Bis zu 80 Prozent des Holzkirchner Wärmebedarfs werden damit zukünftig aus Tiefer Geothermie gedeckt. Rund 10.000 Tonnen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid oder 25.000 Fässer Erdöl werden so jährlich vor Ort eingespart.

Knapek sieht im erfolgreichen Abschluss des Projekts ein wichtiges Signal: „Geothermieanlagen bieten auf Jahrzehnte hinaus eine stabile Energieversorgung und stehen für aktiven Klimaschutz. Sie liefern passgenau lokal Wärme und Strom. Umso entscheidender ist es daher, dass die bayerische Ressource Tiefe Geothermie intensiver genutzt wird. Sie vermeidet Stromtrassen und sollte noch deutlich stärker als bisher in die Energiewende-Pläne des Landes eingebunden werden.“

Quelle: Bundesverband Geothermie e.V.

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